2 Tauchmedizin

 

 

2.1 Risikofaktoren

 

Um Tauchrisiken weitgehend zu vermeiden, muss man die Tauchausbildung, Erfahrung, Tauchplatz, Tauchtiefe und auch die Krankengeschichte des Tauchers kennen. Denn einige Krankheiten erhöhen das Risiko eines Unfalles beim Tauchen wie z.B. Asthma oder andere Erkrankungen der Atemwegen, Diabetes, Herzkrankheiten, Bluthochdruck oder psychologische Probleme.

 

Auch wenn man keine dieser Krankheiten hat, sollte man jährlich zu einer tauchmedizinischen Untersuchung gehen.

 

Doch auch der beste Arzt kann einem Taucher nicht helfen, wenn der sich bewusst (oder auch nicht) in Gefahr begibt. So z.B. durch den Genuss von Alkohol vor oder nach dem Tauchgang.

 

Alkohol beeinflusst nämlich den Blutkreislauf und somit ändert sich die Sättigungs- und Entsättigungszeit des Blutes. Dadurch kommt es leichter zu Dekompressionskrankheiten. Außerdem sind das Urteilsvermögen und die Reaktionszeit stark beeinträchtigt und das wiederum führt zur Selbstüberschätzung. Zusätzlich dehydriert der Körper durch den Alkohol, da das Hormon ADH gedrosselt wird und deswegen nicht mehr so viel Wasser aus dem Primärharn entzogen wird. Dasselbe gilt auch für Zigaretten und Drogen.

 

Dehydrierung kann jedoch auch ohne Alkohol entstehen, nämlich einfach in dem man zu wenig trinkt. Der Körper toleriert nur einen sehr geringen Flüssigkeitsverlust von ca. 10-20 %, alles darüber kann lebensgefährlich sein. So verliert man z.B. an einem Tag einen halben Liter Flüssigkeit nur durch das Befeuchten der Atemluft. Bei einem einzigen Tauchgang von einer Stunde verliert der Körper jedoch zwischen ein und zwei Liter Wasser.

Ein erhöhtes Risiko geht der Taucher auch ein, wenn er Medikamente nimmt. Generell gilt: keine Medikamente beim Tauchen, außer ein Taucharzt hat das ausdrücklich genehmigt. Mit Medikamenten, bei denen schon der Beipackzettel vor verzögerter Reaktionsfähigkeit warnt, sollte nicht mehr getaucht werden. Als gefährlich einzustufen sind vor allem Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Aufputschmittel und Halluzinogene. Besonders Taucher die mit Nitrox tauchen, müssen beachten, dass diese Medikamente die krampfauslösende Schwelle von Sauerstoff herabsetzten. Daher können Sauerstoffkrämpfe früher auftreten.

 

Probleme können allerdings auch bei Nasen- und Ohrentropfen entstehen. Nasentropfen enthalten Schleimhaut abschwellende Mittel, die oft zu Druckausgleichsproblemen führen können. Die Wirkung dieser Medikamente ist bei allen gleich: Die Abschwellung der Schleimhäute wird durch die gedrosselte Blutzufuhr erreicht. Durch die besonderen Umstände beim Tauchen kann sich die Wirkungsdauer der Tropfen allerdings verkürzen und die Schleimhäute schwellen wieder an. Dies führt beim Auftauchen zu Beschwerden, weil die sich ausdehnende Luft nicht mehr entweichen kann. Ohrentropfen enthalten meist schmerzstillende Inhaltstoffe, die die Nervenfasern betäuben. Das führt allerdings dazu, dass wir eine Dehnung des Trommelfelles nicht oder sehr spät erst erkennen. So kann es zu einem schweren Barotrauma und Trommelfellrissen kommen.

 

Ansonsten führen die meisten Medikamente zu Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit und Benommenheit.

 


2.2 Stickstoffnarkose (=Tiefenrausch)

 

Der Tiefenrausch ist ein rauschartiger Zustand, der durch den erhöhten Partialdruck von Stickstoff verursacht wird.

 

 

2.2.1 Ursache

 

Stickstoff hat an der Wasseroberfläche 0,78 bar Partialdruck. Bei einem Partialdruck von ca. 2,5 - 3 bar, das entspricht 25 - 30m Wassertiefe, hat Stickstoff eine narkotische Wirkung auf das Zentralnervensystem.

Diese beruht auf der Fettlöslichkeit des Stickstoffes, der sich in den fetthaltigen Membranen der Nervenzellen einlagert und dann zu Halluzinationen und Bewusstseinsstörungen führen kann.

Hinzu kommen Faktoren, die die Stickstoffnarkose zusätzlich begünstigen, wie z.B. Müdigkeit, Angst, Kälte, Restalkohol, Anstrengung, die psychische Verfassung oder Stressfaktoren wie Dunkelheit.

Doch grundsätzlich gilt, dass die Beeinträchtigung durch die Stickstoffnarkose von Person zu Person und von Tag zu Tag variiert.

Der Tiefenrausch kann jedoch nicht nur durch Stickstoff ausgelöst werden, sondern auch von allen Inertgasen. Das sind Gase die von Körper nicht verbraucht werden wie zB Xenon, Argon oder Helium. Daher nennt man den Tiefenrausch nicht nur Stickstoff- Narkose, sondern allgemeiner auch Inertnarkose. Wie stark dabei die "berauschende" Wirkung ist, hängt von der Löslichkeit der Gase in den Geweben ab.

 

 

2.2.2 Auswirkungen auf den Körper

 

Die größte Gefahr bei der Stickstoffnarkose ist, dass sie schleichend auftritt. Den meisten Tauchern ist nicht bewusst, dass sie sich schon unter Einfluss von einem zumindest leichten Tiefenrausch befinden.

Die Symptome und Anzeichen können von Person zu Person unterschiedlich sein.

Die häufigsten Symptome sind:

  • starres, unflexibles Denken,
  • Verlust des Urteilsvermögens und des Kurzzeitgedächtnisses,
  • ein falsches Gefühl von Sicherheit,
  • kein Interesse an Sicherheit oder an einer bestimmten Aufgabe
  • Euphorie und freudige Erregung
  • Schläfrigkeit oder Selbstüberschätzung
  • übertriebene Angst z.B. Angstattacken.

 

Die Anzeichen sind:

  • unangebrachtes Verhalten
  • nur kurzzeitige Aufmerksamkeit und langsames Denken
  • eingeschränkte Aufmerksamkeit bezüglich Sicherheit
  • metallischer Geschmack im Mund
  • Benommenheit im Verhalten
  • Tunnelblick und
  • verminderter Bewusstseinsgrad.

 

Typische Anzeichen für einen Taucher mit Stickstoffnarkose sind:

Verzögerte Reaktionen auf Handzeichen oder ständiges Kontrollieren der Instrumente.

 

Es gibt Thesen, dass sich der Körper an den Stickstoff gewöhnt. Es setzt allerdings nicht die Stickstoffnarkose später ein, sondern man gewöhnt sich an die Effekte des Tiefenrausches und lernt diese unter Kontrolle zu bekommen.

 

 

2.2.3 Behandlung

 

Stellt man an sich oder bei seinem Tauchpartner Symptome einer Stickstoffnarkose fest, sollte man sofort in eine geringere Tiefe auftauchen. Denn mit sinkendem Partialdruck des Stickstoffes verschwindet der Tiefenrausch und es bleiben keine Schäden zurück.

Es sollte unter keinen Umständen wieder tiefer getaucht werden.

Um die Gefahr einer Stickstoffnarkose zu minimieren, sollte man flachere Tauchgänge machen, den Tiefenrausch akzeptieren, bewusst wahrnehmen und langsam abtauchen.

 

 

 


2.3 Sauerstoffvergiftung

 

 

2.3.1 Ursache

 

An der Wasseroberfläche hat Sauerstoff einen Teildruck von 0,21 bar. Ab einen Partialdruck von 1,6 bar wirkt der sonst für uns lebensnotwendige Sauerstoff, toxisch auf unseren Körper.

Beim Tauchen mit normaler Pressluft würde dieser Teildruck erst in einer Tiefe von ca. 65m entstehen. Also ist dies für das Sporttauchen nicht relevant, da die Höchstgrenze bei 40m liegt.

Wichtig wird es allerdings, wenn man mit Nitrox, also mit Sauerstoff angereicherter Luft tauchen geht. Denn hier muss man sich die Tiefengrenzen je nach Atemgemisch selbst ausrechnen.

Die gängigsten Gemische sind bis zu 32% und 36% mit Sauerstoff angereichert. Dies würde Tiefen von ca. 40m und 34m entsprechen. Würde man mit reinem Sauerstoff tauchen, also 100%, würde dieser bereits ab einer Tiefe von 6m giftig wirken.

 

 

2.3.2 Auswirkungen auf den Körper

 

Die Warnzeichen einer Sauerstoffvergiftung sind:

  • Sehstörungen (Tunnelblick)
  • Ohrenklingeln oder andere Geräusche
  • Übelkeit
  • Muskelzucken - oder Krämpfe, im Gesicht
  • Reizbarkeit
  • Euphorie
  • Angst und
  • Schwindelgefühl.

Doch wirklich gefährlich sind die darauf folgenden Krampfanfälle. Normalerweise sind Krämpfe nicht schädlich, aber unter Wasser besteht die Gefahr des Ertrinkens, da man den Lungenautomaten nicht mehr im Mund halten kann. In weiterer Folge droht die Bewusstlosigkeit.

 

 

2.3.3 Behandlung

 

Wenn man Anzeichen einer Sauerstoffvergiftung verspürt, sollte man sofort unter Einhaltung der Sicherheitsstopps auftauchen und den Tauchgang beenden.

Normalerweise stellen sich die Krämpfe und die anderen Erscheinungen bei Normalbedingungen wieder ein.

Ist der Taucher bereits bewusstlos, muss sofort aufgetaucht und die zuständigen Rettungskräfte informiert werden.

Minimieren lässt sich die Gefahr einer Sauerstoffvergiftung nur durch flachere Tauchgänge. Es sollte vor allem auf Strömungen, die den Taucher in die Tiefe ziehen könnten, geachtet werden.

 


2.4. DCI / DCS

 

 

2.4.1 Unterschied

 

DCI = decompression illness = Dekompressions-Erkrankung

DCS = decompression sickness = Dekompressions-Krankheit

 

Dekompressions-Erkrankung

Dekompressions-Erkrankungen werden Lungenüberdehnungsverletzungen bzw. Lungenrisse genannt.

Dekompressions-Krankheit

Dekompressions-Krankheit ist die Blasenbildung im Körper, die durch den überflüssigen Stickstoff entsteht.

 

 

2.4.2 Ursache

 

Die Dekompressions-Erkrankung entsteht, wenn man zu schnell auftaucht und dabei nicht regelmäßig atmet. Daher ist die wichtigste Regel beim Gerätetauchen: Halte NIEMALS den Atem an!!!

 

Die Dekompressions- Krankheit entsteht ebenfalls, wenn man zu schnell auftaucht, denn unter Druck nimmt der Körper mehr Stickstoff auf und lagert diesen in den Geweben ab. Wie viel er aufnimmt, hängt von der Tiefe und der Länge des Tauchganges ab.

[13]

 
Wenn man auftaucht, verringert sich der Umgebungsdruck und die gelöste Menge Stickstoff muss wieder entweichen. Taucht man allerdings zu schnell auf, kann der Stickstoff nicht so schnell abgebaut werden, wie er das Gewebe verlässt und es entstehen Blasen in den Blutgefässen und Geweben.

Dies kann man mit einer Flasche Mineralwasser vergleichen: Wird diese geöffnet, lässt der Druck in der Flasche schnell nach und das gelöste Gas in der Lösung, beginnt zu sprudeln.

 

Faktoren die das Risiko einer Dekompressions- Krankheit erhöhen:

 

Alter: Das Kreislaufsystem arbeitet weniger effizient und so wird weniger Stickstoff  abgegeben.

 

Fett: Stickstoff löst sich im Fettgewebe leichter und so kann der Körper mehr aufnehmen.

 

Starke Anstrengung: Während oder nach dem Tauchgang steigert sich die Herzfrequenz und verändert den Kreislauf. Damit werden Stickstoffaufnahme und -abgabe beeinträchtigt.

 

Verletzungen und Krankheit: Sie haben Einfluss auf die lokale Blutzirkulation und somit auf die Abgabe des überflüssigen Stickstoffes. Ebenso kann eine Verengung in den Atemwegen zum Problem werden, denn so kann Luft in der Lunge eingeschlossen werden und eine Dekompressions-Erkrankung entstehen.

 

Dehydrierung: Sie verringert den Abtransport des Stickstoffes der zur Verfügung stehenden Blutmenge.

 

Alkohol: Trägt zur Dehydrierung bei und beschleunigt und verändert die Blutzirkulation.

 

Kaltes Wasser: Es kann die Stickstoffabgabe beeinflussen, da die Durchblutung der Gliedmassen schlechter wird.

 

Heißes Duschen oder Baden: Erweitert die Kapillaren der Haut, wodurch das Blut aus anderen Körperteilen abgezogen wird. In diesen Bereichen wird der Stickstoff langsamer abgebaut, während die Haut einer erhöhten Durchblutung ausgesetzt ist.

 

Falsches Atmen und das Anhalten des Atems: Sie haben einen Anstieg des Kohlendioxydpegels zur Folge. Es können außerdem Lungenüberdrucksverletzungen entstehen.

 

Fliegen nach dem Tauchen oder Bergseetauchen: Denn das bedeutet einen zusätzlichen Druckabfall und erhöhen so das Risiko einer DCS.

 

 

2.4.3 Auswirkungen auf den Körper

 

Eine Lungenüberdruckverletzung löst eine arterielle Gasembolie aus. Dabei gelangt Luft in das Gefäßsystem und bildet Bläschen.

Bei der Dekompressions-Krankheit bilden sich ebenfalls Bläschen, aber hier durch den überflüssigen Stickstoff.

In beiden Fällen transportiert das Herz die Bläschen in den ganzen Körper. Dies führt in den leichten Fällen zu Hautjucken (=Taucherflöhe), dumpfe Schmerzen in den Gelenken, Prickeln oder Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen, außergewöhnliche Erschöpfung und Schwäche, Kurzatmigkeit, Schwindel, Hustenanfälle, fleckiger Hautausschlag und Schockzustände.

In den schwereren Fällen können Lähmungen und Bewusstlosigkeit zum Tod führen. Diese Symptome können ca. 15 Minuten bis zu 36 Stunden nach dem Tauchgang auftreten und können unterschiedlich stark sein.

 

 


2.4.4 Behandlung

 

Die Behandlung ist ebenfalls für beide Krankheiten gleich. Der verunglückte Taucher sollte unbedingt Sauerstoff in höchst konzentrierter Form atmen - am besten 100%igen Sauerstoff.

Es sollten außerdem sofort die nötigen Rettungskräfte verständigt werden, denn meist muss die Behandlung mit Sauerstoff und Medikamenten in einer Dekompressions-Kammer weitergeführt werden.

[14]

 
In dieser Kammer wird der Körper wieder unter Druck gesetzt, damit er die Blasen im

 

Gewebe wieder abbauen kann. Eine solche Behandlung zieht sich über mehrere Stunden und wird mit reinem Sauerstoff durchgeführt.

 

 

 


2.5 Barotrauma / Umkehrblockierung

 

 

2.5.1 Unterschied

 

Unter Barotrauma und Umkehrblockierung versteht man generell, die Verletzung von Geweben oder Organen aufgrund von Druckunterschieden.

Dabei entsteht ein Barotrauma, aufgrund eines Unterdruckes beim Absteigen und eine Umkehrblockierung, aufgrund eines Überdruckes beim Aufsteigen.

 

 

2.5.2 Ursache

 

An der Wasseroberfläche herrscht in unseren Hohlräumen derselbe Umgebungsdruck wie in der Atmosphäre.

Ein Barotrauma entsteht durch einen Lufteinschluss in den Hohlräumen unseres Körpers, die unter starken Druck gesetzt werden und wenn kein Druckausgleich erfolgt.

 So ist der Innendruck kleiner als der Außendruck und es entsteht ein Unterdruck. Eine Umkehrblockierung entsteht auf dieselbe Weise, aber hier ist der Innendruck größer als der Außendruck und es kommt zu einem Überdruck.

 

 


2.5.3 Auswirkungen auf den Körper

 

Ein Barotrauma oder eine Umkehrblockierung in den Nasennebenhöhlen, Stirnhöhlen, Kieferhöhlen und Siebbeinzellen entsteht meist wegen Schwellungen und Schleim von Erkältungskrankheiten.

Schuld können jedoch auch Polypen oder eine schiefe Nasenscheidewand sein.

Alle diese Höhlen sind mit den Nasen-Rachen Raum verbunden und normalerweise geschieht so auch der Druckausgleich ganz automatisch.

[15]

 
 Symptome sind dabei meist stechende und starke Schmerzen in der Stirn- und  Wangengegend, die bis zu den Augen ausstrahlen können.

 

In den Zähnen kann ebenfalls ein Barotrauma oder eine Umkehrblockierung entstehen. Das passiert meist, wenn ein Zahn ein Loch hat oder eine Krone nicht richtig befestigt ist bzw. unter der Füllung Luft eingeschlossen ist.

Beim Abtauchen komprimiert sich die Luft im Zahn, ohne dass neue Luft hinzukommt um den Volumsverlust auszugleichen. So kann es passieren, dass der Zahn implodiert.

Umgekehrt kann der Zahn beim Auftauchen, wenn die sich ausdehnende Luft nicht wieder entweichen kann, auch explodieren und so Teile des Zahnes wegsprengen.

 


Im Allgemeinen ist jedoch das Mittel- und Innenohr am häufigsten von Barotraumen und Umkehrblockierungen betroffen, da dieses direkten Kontakt zum Wasser hat.

Das Ohr ist nach außen hin durch das Trommelfell begrenzt und innen führt die Eustachische Röhre zu Mund und Rachen.

[16]

 
Im Ohr geschieht allerdings der Druckausgleich nicht von alleine, sondern muss von dem Taucher gezielt und oft gemacht werden.

 

Beim Auftauchen sollte die hinzugefügte Luft wieder von alleine über die Eustachische Röhre entweichen.

Ansonsten kommt es zu einer Dehnung oder zu einem Riss des Trommelfells. Dies kann auch passieren, wenn die Eustachische Röhre verstopft oder zu geschwollen ist.

Symptome dabei sind zuerst ein erhöhtes Druckgefühl in den Ohren, welches in einen stechenden Schmerzt übergeht und plötzlich nachlässt, wenn das Trommelfell gerissen ist. Dann dringt Wasser in das Ohr ein und verursacht Drehschwindel, Übelkeit, Erbrechen, Entzündungen, Orientierungsverlust und Hörschäden.

 

 

2.5.4 Behandlung

 

Bei einer Umkehrblockierung sollte man wieder tiefer tauchen, bis die Schmerzen weniger werden und danach ganz langsam und mit vielen Pausen auftauchen.

Bei einem Barotrauma sollte man aufsteigen bis der Druckausgleich wieder funktioniert und dann vorsichtig das Abtauchen noch einmal probieren.

 Wenn man allerdings schon ein Trommelfellriss hat, sollte der Tauchgang sofort abgebrochen und die Ohren trocken gehalten werden.


2.6 Hyperthermie / Hypothermie

 

 

2.6.1 Unterschied

 

Hyperthermie ist die Überhitzung und Hypothermie, ist die Unterkühlung des Körpers.

 

 

2.6.2 Ursache

 

Hyperthermie kann durch die Wassertemperatur am Tauchplatz entstehen, besonders wenn diese über 28° C beträgt. Zusätzlich wird Hyperthermie durch den Tauchanzug, durch Dehydrierung, durch Arbeit unter Wasser oder durch das Anpaddeln gegen eine Strömung gefördert.

 

Hypothermie

Die Kälteabwehr des Körpers beginnt, wenn die Thermorezeptoren der Haut, dem Gehirn melden, dass die Kerntemperatur unseres Körpers abzusinken droht.

Schon wenige Meter unter der Wasseroberfläche sinken die Temperaturen stark ab und ein ungeschützter Taucher würde schnell unterkühlen.

Das Einatmen von kalter Luft verbraucht sehr viel Energie und mit der ausgeatmeten Luft verliert er wieder warmen Wasserdampf.

 

 

2.6.3 Auswirkungen auf den Körper

 

Wenn bei einer Hyperthermie die Körpertemperatur über 37° C ansteigt, können folgende Symptome auftreten:

Muskelschwäche, Unwohlsein, Konzentrationsmangel, Übelkeit, Ermüdung und Krampfanfälle.

Im Extremfall kann der Taucher bewusstlos werden und ertrinken.

 

Bei einer Hypothermie bekommt man zuerst eine Gänsehaut, der Stoffwechsel wird gesteigert, man beginnt zu zittern und als letztes wird das Blut von Armen und Beinen in die lebenswichtigen Organe gepumpt.

Dabei ist zu bedenken, dass die Entsättigung des Gewebes von dem überschüssigen Stickstoff langsamer voran geht und somit ein erhöhtes Risiko einer Dekompressions-Krankheit entsteht.

Außerdem kommt es zu Müdigkeit, Schwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, Verwirrtheit und Unruhegefühle.

In noch schwereren Fällen, also wenn die Körpertemperatur unter 34° C fällt, kommt es zu Muskelstarre und -lähmungen, Bewusstseinsverlust, Minderung von Herzfrequenz und Blutdruck und in weiterer Folge zu einem Herz-Kreislauf- Stillstand.

 

 

2.6.4 Behandlung

 

Bei einer Hyperthermie wegen Überanstrengung sollte sich der Taucher noch unter Wasser ausruhen und dann langsam auftauchen.

Ist er jedoch überhitzt, wegen der Wassertemperatur oder dem Tauchanzug, sollte er aus dem Wasser in ein schattiges Plätzchen gebracht werden. Eventuell kann man in einem Handtuch eingeschlagene Eiswürfel auf Hals, Unterarme und Leiste auflegen.

Auf jeden Fall sollte man sehr viel Flüssigkeit zu sich nehmen.

 

Bei einer Hypothermie sollte man so schnell wie möglich ins Warme. Am besten ist es etwas Warmes zu trinken, trockene Kleidung anzuziehen und sich langsam wieder auf zu wärmen.

Auf keinen Fall sollte man Duschen oder Baden gehen. Denn wenn das kalte Blut zu schnell zum Herz gelangt, kann dies zu Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzstillstand führen. ( = Wiedererwärmungsschock)

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